Bereits zum 16. Mal ist das mittelsächsische Frankenberg im Frühsommer 2026 Gastgeber eines großen Framo- und Barkas-Treffens. Parallel findet an dem Wochenende des 12. bis 14. Juni rund um den Markt das Stadtfest statt. Die perfekte Ergänzung beider Formate. Mit dem Oldtimertreffen erinnern die Organisatoren an die Geschichte zweier legendärer Fahrzeugmarken, welche Stadt und Region im 20. Jahrhundert prägten. Präsentiert werden die Kult-Mobile auf dem Areal der Zschopau-Aue, direkt neben dem Erlebnismuseum „ZeitWerkStadt”.
Wussten Sie, dass jede Menge Erfindungen, die die Welt veränderten, aus Sachsen kommen? Etwa die erste moderne Zeitung der Welt, Deutschlands erster Kosmonaut oder der Kaffeefilter? Im Erlebnismuseum ZeitWerkStadt entdecken die Besucher Sachsens Pioniergeist – ein spannendes Erlebnis für die ganze Familie. So sind neben originalen Exponaten von Framo und Barkas auch Raritäten der Stadtgeschichte zu sehen. All das wird topmodern präsentiert, begeistert Kinder und Jugendliche ebenso wie ältere Semester. Mit der Sonderausstellung „Gesammelt. Gerettet. Gezeigt” erinnert die ZeitWerkStadt ab dem Sommer 2026 an „30 Jahre Fahrzeugmuseum Frankenberg” und das Engagement vieler Menschen, die die Geschichte des Fahrzeugbaus der Region bewahrten. Die Ausstellung lädt dazu ein, diese Geschichte(n) des Sammelns, Bewahrens und Weitergebens technischer Erinnerung zu würdigen.
Framo war eine sächsische Automobilmarke, die ab 1927 Kleintransporter und bald auch kleine Pkw herstellte. Der Name leitet sich ab von der Produktionsstätte, den Frankenberger Motorenwerken. Bereits 1923 gründeten der dänische Fabrikant Jørgen Skafte Rasmussen sowie die Ingenieure Blau und Figura die Metallwerke Frankenberg/Sa. GmbH. Der Betrieb arbeitete anfangs nur für Rasmussens Zschopauer DKW-Motorradwerk. Man lieferte Sättel, Kupplungen, Vergaser, Gepäckkoffer und weitere Motorradteile. Bald nutzten auch andere Motorradhersteller die Qualität aus Frankenberg. So wuchs die Belegschaft von ursprünglich dreißig Arbeitern auf siebenhundert Beschäftigte 1929. Bei DKW arbeitete man an Kleinwagen und so sollte in Frankenberg ein preiswerter kleiner Pkw entstehen – einfach, billig und leistungsfähig. Es entstanden Dreiräder in vielen Varianten. In Frankenberg begann man die Entwicklung 1927. Nach dem 2. Weltkrieg setzte die IFA unter dieser Marke die Produktion von Kleintransportern im nahen Hainichen fort und 1957 erfolgte die Umbenennung in VEB Barkas-Werke. Kurz darauf wechselte der Firmensitz nach Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz). Neben den Barkas-Kleintransportern wurden Stationärmotoren sowie Motoren für den Trabant und später auch für Volkswagen gebaut. Nach der Wende entwickelte sich der Betrieb innerhalb der Volkswagen Sachsen GmbH zu einem Hersteller von Motoren und anderen Fahrzeugkomponenten.
Die Tradition lebt auch zu Framo-Barkas-Stammtischen im Hause der ZeitWerkStadt weiter. Unter dem Motto „Ost-Klassiker. Echt. Erzählt.” treffen sich Liebhaber der sächsischen Automobilgeschichte, um Erinnerungen zu teilen, Geschichten zu hören und über die legendären Fahrzeuge aus Frankenberg ins Gespräch zu kommen. Ehemalige Barkas-Werker berichten aus erster Hand von ihrer Zeit im Betrieb, erzählen Anekdoten aus der Produktion und geben spannende Einblicke in die Entstehung der bekannten Transporter, die fester Bestandteil des DDR-Alltags waren. Der Stammtisch ist offen für alle, die sich für Industriegeschichte, Oldtimer und ostdeutsche Fahrzeugkultur interessieren – vom ehemaligen Werksmitarbeiter bis zum jungen Schrauber von heute. Die Stammtischreihe wird fortgesetzt mit Terminen am 11. September und 11. Dezember. Beginn im Erlebnismuseum ZeitWerkStadt ist jeweils 14 Uhr.

Ein B1000 als Kleinlöschfahrzeug Typ KLF-TS 8. Foto: Olaf Seifert

Vorn zwei Barkas V 901/2, links dahinter der Prototyp des Barkas B1100. Rechts „aufgebockt” ein Framo V 501, wie er 1941 bis 1943 sowie 1949 bis 1951 im benachbarten Hainichen gebaut wurde. Foto: Olaf Seifert